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Reisebericht Leipzig

Konzertbus nach Leipzig

Was machen 38 musikbegeisterte Hannoveraner an einem wunderschönen Freitagmorgen im Juni in der Langensalzastraße? Sie warten darauf, vom Konzertbus zum Bachfest nach Leipzig gebracht zu werden, um die Kulturstadt Leipzig mit allen ihren Facetten zu erleben.
Als absoluter Höhepunkt der diesjährigen Fahrt steht ein Besuch beim Thomanerchor und ein Konzert des KNABENCHOR HANNOVER in der Nikolaikirche auf dem Programm.

Die ganze Reisegruppe ist versammelt, wirklich die ganze Reisegruppe? Nein, ein Ehepaar fehlt … Ein Kontrollanruf ergibt, dass das Paar fälschlicherweise angenommen hat, die Reise würde erst am Samstag beginnen. Man entschließt sich kurzerhand, dem Konzertbus nachzureisen, um wenigstens bei der zweiten Hälfte der diesjährigen Konzertbusfahrt dabei zu sein. Wahre Anhänger des Knabenchores! Diese Mühen nimmt man bestimmt nicht nur auf sich, um den eigenen Spross in der Nikolaikirche singen zu sehen und zu hören, sondern sicherlich auch, weil diese Reisen ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis sind.

Nachdem die Startprobleme geklärt sind, und der kleine Schock überwunden ist, kann unser Luxusliner nun endlich Kurs gen Osten nehmen. Die erste Station der dreitägigen Reise ist Halle an der Saale. Auf eine Stadtrundfahrt folgt eine Besichtigung der Franckeschen Stiftungen, eine um 1700 als Armen- und Waisenschule errichteter Gebäudekomplex, der heute Ausstellungen und historische Bibliotheken beheimatet.

Von Halle geht es dann direkt weiter nach Leipzig.
Manchmal nützt allerdings auch die modernste Technik nichts. Trotz Navigationssystems soll es im „Schilderwald“ von Leipzig nicht so einfach sein, das richtige Hotel der Hotelkette sofort zu finden.

Der nächste Tag beginnt mit einer Stadtrundfahrt, die ganz im Zeichen der musikalischen und literarischen Vergangenheit der Bachstadt steht. Vorbei am Gewandhaus, der Oper, der Thomaskirche bis zur Nikolaikirche. Ein perfekter Einstieg für das Programm der restlichen Tage.

Diejenigen von uns, die bereits letztes Jahr das Vergnügen hatten, das Gewandhaus ausführlich auf dem Weg nach Dresden zu besichtigen, werden sich noch gut an unseren Stadtführer erinnern. Ein „waschechter Leipziger“, der so manchen Schwank aus seiner Heimatstadt zu berichten weiß, (man muss ihn selbst einmal erlebt haben) und der es genauso versteht, einem Geschichten lebhaft in bildhafter Sprache wiederzugeben.

Ein Höhepunkt unserer Reise ist es, eine Probe des Thomanerchores mit seiner fast 800 Jahre alten Tradition in seiner Thomasschule zu erleben. Eine sehr schöne Geste: der Empfang durch den Thomaskantor Georg Christoph Biller höchstpersönlich.

Einen noch tieferen Einblick in die Welt eines Internatschores bekommen wir, als wir, von einem Mutanten geführt, die Lernstuben der Schüler besichtigen konnten. Der nette junge Mann, der sich tapfer den Fragen von fast 40 neugierigen Erwachsenen stellte, kann doch alles sehr klug und diplomatisch beantworten. Die Schlafstuben bekommen wir natürlich nicht zu Gesicht.

Auf den Spuren von Goethe findet der Tag seinen Ausklang bei einem gemeinsamen Abend in „Auerbachs Keller“ in der berühmten Mädler Passage. Vier tapfere Männerstimmen (der Konzertbusorganisator und drei weitere Sänger) lassen es sich nicht nehmen, ihre Familien und Freunde bei dieser Gelegenheit zu treffen.

Den Sonntagvormittag nutzen alle, um sich Leipzig auf eigene Faust anzuschauen, eines der zahlreichen Museen oder Ausstellungen zu besuchen, den KNABENCHOR HANNOVER beim Singen im Gottesdienst der Nikolaikirche oder die Kollegen vom Thomanerchor in der Thomaskirche zu erleben.

Das abschließende Highlight ist das Konzert der Hannoveraner in der Nikolaikirche. Das Publikum in der fast ausverkauften Kirche kommt in den Genuss, Werke von Andreas Hammerschmidt, Dietrich Buxtehude und natürlich auch Johann Sebastian Bach zu hören. Auch Thomaskantor Biller will es sich nicht entgehen lassen, der Arbeit seines jungen Kollegen Jörg Breiding zu lauschen. Weder die Hitze, noch die Tatsache, dass es heute schon das zweite Konzert ist, beeinträchtigen das Können der Sänger.

Nachdem der tosende Beifall verklungen ist, machen sich der Tourbus des Chores und der Konzertbus gemeinsam auf zur Rückfahrt nach Hannover. Auf der Raststätte „Magdeburger Börde“ haben wir noch einmal die Gelegenheit, mit dem Chor zusammenzutreffen – sehr zur Freude des Chores spendieren die Teilnehmer des Konzertbusses ihnen hier noch ein Eis.

Wer neugierig auf die Erlebnisse einer Reise mit dem KNABENCHOR HANNOVER geworden ist, hat im Juli 2008 die Möglichkeit, mit dem Konzertbus nach Naumburg und Weimar zu fahren. Wir bleiben also den Sächsischen Pfaden treu. Auch diese Reise werde ich mir nicht entgehen lassen.

Barbara Feike


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