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Reisebericht Breslau

Konzertbus nach Breslau

Samstag, 16. Juli 2005

Pünktlich um 9.00 Uhr startet der Konzertbus nach Breslau. An Bord eine bunt gemischte Reisegruppe bestehend aus Freunden des Knabenchors, ehemaligen Chorknaben, Eltern, Großeltern und Ehepartnerinnen der Männerstimmen. Dadurch variiert das Altersspektrum von 14 – 80 Jahre.

Nach einem kurzen Überblick zur Reiseplanung werden von Doris Thomson und dem Vorsitzenden des Kreis der Freunde des Knabenchors Hannover e.V., Dr. Rudolf Köhler, Informationen über die Stadt Breslau verteilt.

Beim ersten Stopp auf der Raststätte »Magdeburger Börde « serviert uns unser Busfahrer vom Busunternehmen Schörnig zur Stärkung ein Frühstück. Während die Reise Richtung Halle/Dresden fortgeführt wird liest Rudolf Köhler einen anlässlich des 50. Jahrestags des Kriegsendes erschienenen Zeitungsartikels über Breslau im Zweiten Weltkrieg vor.

Auch 60 Jahre danach bewirkt die Schilderung der Ereignisse von 1945 Betroffenheit, und es stellt sich die Frage: Wie sieht das heutige Breslau aus?
Am Nachmittagerreichen wir die polnische Grenze und gewinnen erste Eindrücke über die kleinen polnischen Ortschaften. Langsam macht sich bei den Reiseteilnehmern, die zum größten Teil über keinerlei Erfahrungen mit langen Busreisen verfügen, die Erkenntnis breit, dass das edelste Körperteil offenbar für lange Sitzorgien nicht erschaffen wurde.

Am frühen Abend erreichen wir unser Hotel in Breslau, eine durchaus noble Unterkunft mit 4 Sternen nahe dem Stadtzentrum. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, treffen wir uns zum gemeinsamen Abendbuffet mit kalten und warmen, meist landestypischen Speisen. Die Zeit danach wird von vielen Reiseteilnehmern für eine erste Besichtigung der Altstadt von Breslau genutzt.

Sonntag, 17. Juli 2005

Um 9.00 Uhr beginnt eine Stadtrundfahrt mit unserer polnischen Stadtführerin Emilie, die Breslau als das »Venedig von Polen« beschreibt, da sich quer durch die Stadt die Oder zieht und mit vielen Inseln und über 100 Brükken den Vergleich möglich macht. Mit rund 640 000 Einwohnern ist Breslau die viertgrößte Stadt Polens.
Erstes Ziel ist die Jahrhunderthalle (poln. Hala Ludowa), ein riesiger Stahlbetonbau, der 1913 anlässlich des 100- jährigen Jubiläums der Befreiungskriege erbaut wurde. Es folgt der Besuch der Universität. Besonders sehenswert ist hier die Aula des Gebäudes (poln. Leopoldina) aus dem 17. Jahrhundert, in der noch heute Promotionen ausgesprochen werden.
Eine Teilnehmerin der Reisegruppe verbindet mit diesem Raum eine ganz besondere Erinnerung, da sie an dieser Universität während des Krieges studierte und zur damaligen Zeit regelmäßig die nächtlichen Feuerwachen für eben diese Aula durchführen musste.

Weiter geht es zur Dominsel, wo es im historischen Dom zum ersten Zusammentreffen mit dem Knabenchor kommt. Während wir eine kleine Seitenkapelle im Gotteshaus besichtigen, erklingt aus dem Kirchenschiff das uns wohlbekannte und unverkennbare »Richte mich Gott« von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Wie wir später erfahren, ist es eine gute alte Tradition des Chores, in jeder Kirche, die er besucht, auch ein Stück zu singen. Der Applaus der anwesenden Touristen ist Ihnen nach dieser Kostprobe sicher.
Unsere Stadtführung führt uns am historischen Marktplatz, dem Rynek, mit insgesamt 60 Bürgerhäusern im Renaissance- und Barockstil, sowie dem in der Mitte stehenden Rathaus, dass von 1471 – 1501 gebaut wurde, vorbei.Einen beeindruckenden Abschluss bildet die Besichtigung der Elisabethkirche, eine der bedeutendsten Kirchen Schlesiens, in der am Abend das Konzert unseres KNABENCHOR HANNOVER stattfinden sollte. Zu unserer Verwunderung ist jedoch nirgends ein Hinweis auf das Konzert am Abend zu entdecken.

Nach einem kleinen Imbiss und einer Erholungspause im Hotel geht es am frühen Abend mit dem Bus zum Konzert. Die Konzertbesucher erleben eine beeindruckende Aufführung, die auch durch die besondere Akustik der Kirche unterstützt wurde. Unter der Leitung von Jörg Breiding musizieren das Johann Rosenmüller Ensemble auf Historischen Instrumenten und der KNABENCHOR HANNOVER die Werke von Andreas Hammerschmidt. Als besondere Hommage an die polnischen Zuhörer singt der Chor als Zugabe noch ein polnisches Abendlied, was vorher durch einen Chorknaben in deutscher und polnischer Ansage angekündigt wurde.

Zum Ausklang des Abends findet dann im berühmten Schweidnitzer Keller, dem ältesten Restaurant Europas – bereits 1273 gegründet –, ein Treffen aller Konzertbus- Teilnehmer mit der Chorleitung und einigen Männerstimmen des Chores statt. Nach Lessing, v. Eichendorff, Goethe und so manchem Staatsgast, sitzen nun wir, die Freunde des Knabenchors Hannover, an dieser historischen Stätte und tauschen bei gutem und reichhaltigem Essen und Getränken Gedanken zu den Erlebnissen der letzten Tage aus.

Montag, 18. Juli 2005

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet fahren wir zurück nach Hannover, nicht ohne unterwegs an einem der vielen Keramik-, Gartenzwerg- und Windmühlenläden zu halten. Am Ende der Reise sind alle Teilnehmer von dieser außergewöhnlichen Fahrt mit dem »Konzertbus nach Breslau « begeistert. Dank an den Kreis der Freunde des Knabenchors Hannover, der es uns, den Freunden des Chores, ermöglicht, auf diese Weise den Knabenchor zu begleiten und ihn auch außerhalb Hannovers und im Ausland zu erleben.

Dieter Witten


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