Ab sofort auch als download: Die Nummer 14!


Lesen Sie hier die neue Ausgabe des KNABENCHOR HANNOVER CHORMAGAZIN.

Diese Seite drucken

Die Michaelisvesper-SACD in der Kritik


musica Dei donum


[...]
The Knabenchor Hannover has played an important role in the performance of German music of the late 16th and the 17th century. In particular the music of Heinrich Schütz has been frequently performed and recorded. One of the best recordings in the choir's history was the Geistliche Chormusik by Heinrich Schütz, still one of the best interpretations of this collection of motets. And the choir also participated in the recording of Bach's complete sacred cantatas by Nikolaus Harnoncourt and Gustav Leonhardt. In Bach and Schütz trebles from the choir gave impressive performances as soloists [...]. But in more recent years adult solists were used for the solo parts in recordings [...]. I was glad to see that in this recording the solo parts are sung by trebles from the choir.

In this music a strong connection between soli and tutti is crucial as solo episodes and tutti passages are mostly tied together. But equally important is the quality of the solo voices, and I am happy to say that the trebles of the choir are fully up to the job. They all give very fine performances, with an immaculate diction and articulation and the ability to express the content of the text. The adult male singers fully fit in the ensemble.

In the tutti parts the choir displays its qualities and did remind me of the days of old, when Schütz' Geistliche Chormusik was recorded. The instrumentalists act at the same high level and give colour to the tutti episodes. As a result this disc is a monument for a largely ignored master on the brink between late renaissance and early baroque. The splendour of his music which is displayed here should encourage other performers to explore his oeuvre.

(© Johan van Veen, September 2009) -> Die gesamte Rezension

---------------------------------------------------------------------

Fachzeitschrift NEUE CHORZEIT

[...]
80 Minuten faszinierende Musik sind das geworden
, in denen man mit dem fremden Blick des Nachgeborenen der ungeheueren Vielfalt der Musik Praetorius’ lauschen darf, seinen Konzertsätzen und seinen Psalmen etwa, aber auch dem großen Magnificat, das in sich noch einmal mit einem breiten Spektrum musikalischer Gestaltungskraft fein differenziert ist.

Genau das macht auch Breiding mit seinen Sängern und Instrumentalisten: Es ist, gerade in der Harmonie der Mannigfaltigkeit und der weichen Fülle des Klangs, eine sehr feine und feinsinnige Aufnahme geworden. Schade nur, dass die Gottesdienste heute solche musikalischen Hochleistungen nicht (mehr) bieten.

(Matthias Mader, Juli 2009) -> PDF NEUE CHORZEIT 07/09

---------------------------------------------------------------------

www.discPLUS.ch (No 1 Shop for Classic, Jazz & World/Ethno) by

Prämierte Titel | Classical-Vocal & Choral:

sehr gut

---------------------------------------------------------------------

Künstlerische Qualität: 8/10
Klangqualität:
8/10
Gesamteindruck:
8/10

Aus dem reichhaltigen geistlichen Schaffen von Michael Praetorius (1571/72-1621) stellten die Interpreten eine zwar fiktive, jedoch in der klangdramatischen Reihenfolge durchaus stringente Rekonstruktion einer Vesper für das Michaelis-Fest zusammen - besser hätte man die Vielfalt von Praetorius‘ Musik zwischen deutschem Motettenstil, venezianischer Mehrchörigkeit und expressiv-konzertanten Sätzen wohl kaum präsentieren können.

Die stilistische Mannigfaltigkeit wird durch eine weitgehend überzeugende Wiedergabe farben- und kontrastreich veranschaulicht. Vor allem ist die gute Balance zwischen vokalen und instrumentalen Partien hervorzuheben; aber auch der prägnante Chorklang mit tadelloser Intonation und durchweg akzeptabler Textartikulation wie auch das außerordentlich differenzierte und akzentfreudige Spiel der Instrumentalisten sind besonders zu loben.

(Éva Pintér, 11.6.2009) -> Die gesamte Rezension


--------------------------------------------------------------------

Sorgfältig

Den Namen Michael Praetorius (1571/72-1621) werden die meisten am ehesten mit feierlicher Kirchenmusik zur Weihnachtszeit in Verbindung bringen. Dafür hat nicht zuletzt die herrlich farbige Rekonstruktion seiner "Christmette" in einer sehr erfolgreichen Aufnahme mit Paul McCreesh (DDD, 1993) gesorgt. Ähnlich sorgfältig und sowohl liturgisch wie musikalisch überzeugend ist nun die Rekonstruktion einer Vesper zum Festtag des Erzengels Michael gelungen. [...]

Die ausgewählten Werke dokumentieren die ganze Vielgestaltigkeit des Schaffens von Praetorius [...]. Entstanden sind so neben eingängigen Hymnen und Choralsätzen vielstimmige Geistliche Konzerte und satztechnisch teils enorm vertrackte Motetten von hoher Kunstfertigkeit.

Den Ausführenden verlangt diese Musik, die uns in manchem noch heute fremd und neuartig erscheint, höchste Konzentration und Virtuosität ab. [...] Zwar bietet der Knabenchor Hannover im Chorklang eine ganz hervorragende Leistung und ein Höchstmaß an Homogenität und Klangfülle, aber in den wechselnd besetzten Soli haben die Knaben doch ein ums andere Mal Mühe, der Sache Herr zu werden. [...] Aus Rücksicht hierauf nimmt der Dirigent des öfteren das Tempo ebenso zurück, wie den Einsatz der kundig und klangschön begleitenden Instrumentalisten. Diese "Bremsungen" trüben auf Dauer dann aber eben doch den feierlichen Charakter der Vesper.

Dennoch: Die tontechnisch perfekt realisierte Einspielung stellt eine wichtige und spannende Repertoirebereicherung dar.

(Sven Kerkhoff, 16.5.2009) -> Die gesamte Rezension

---------------------------------------------------------------------

Bewertung: ("großartig")

[...]
Die vorliegende SACD, die eine Vesper am Michaelistag rekonstruiert, präsentiert nicht nur konzertante (Singstimmen & Instrumente) Kirchenmusik, sondern auch einfachere Choralbearbeitungen, die ebenfalls vokal-instrumental vorgetragen werden. Wichtig ist, dass hier erstmals in Verbindung mit der Sakralmusik von Praetorius ein Knabenchor zum Einsatz komm, was mit der Klanggestalt übereinstimmt, in der diese Musik ursprünglich zu hören war. Und die Knabenstimmen korrespondieren auf geradezu ideale Weise mit dem Gamben- und Posaunensemble, wodurch diese SACD ein geradezu einzigartiges Klangerlebnis vermittelt.

(Bernhard Morbach, 18.6.2009) -> Die gesamte Rezension

----------------------------------------------------------------------


"Musikalische Meditation" - ●●●●○

Innige Klänge zur Anbetung des Höchsten und mit musikalischen Mitteln Sein Wort verkünden: Der Knabenchor Hannover hat die "Michaelisvesper" (Rondeau) von Michael Praetorius eingespielt - unterstützt von Hille Perl, der weltweit schönsten und besten Gambenspielerin, sowie dem Bremer Lautten-Chor und dem Johan-Rosenmüller-Ensemble. Die einzelnen Stücke sind geschickt zu einem musikalischen Gottesdienst arrangiert, wie er in Norddeutschland vor 400 Jahren vielleicht zu hören gewesen sein könnte. Die Aufnahme ist eine immerhin 80 Minuten laufende SACD, sie gibt in Surround fünfkanalig den weiträumigen Kirchenraum der Aufnahme wieder, Musik als Meditation, großartig.

(Que, 18.5.2009)

-----------------------------------------------------------------------


Eine Michaelisvesper aus Wolfenbüttel

Nur Knaben und Männer sind zu hören auf der neuen SACD, erschienen bei Rondeau, die eine Michaelisvesper mit Werken von Michael Praetorius (1571-1621) rekonstruiert. So war es üblich auch zu Lebzeiten des Komponisten, der seine wesentlichen Lebensjahre als Hofkapellmeister in Wolfenbüttel verbrachte. [...] Die SACD mit dem Knabenchor Hannover, dem Bremer Lautten-Chor, Hille Perl und dem Rosenmüller-Ensemble auf historischen Instrumenten unter der Gesamtleitung von Jörg Breiding bietet denn auch den lateinischen Hymnus auf den Erzengel Michael in vielfältigen Besetzungen. Beeindruckend sind vor allem Praetorius’ Choralkonzerte wie "Komm heiliger Geist". Darin verschmilzt er den reformatorischen Gemeindechoral mit dem italienischen "konzertanten Stil", bei dem Stimmen kunstvoll miteinander konkurrieren, zu einem festlichen Glaubensbekenntnis.

(Andreas Berger, 15.5.2009) -> Die gesamte Rezension

----------------------------------------------------------------------

NDR Kultur - CD-Neuheiten

Zwischen Renaissance und Barock.

[...]
Nicht nur das vierzehnstimmige Magnificat bezaubert, sondern auch die zurückgenommeneren Passagen, in denen die sowohl chorisch als auch solistisch eingesetzten Knabenstimmen für strahlende Transparenz sorgen. In dieser Vesper wird deutlich, wie sehr sich Praetorius mit den europäischen Musiktraditionen seiner Zeit beschäftigt hat. Italienische Stilelemente wie etwa die Mehrchörigkeit, verwebt er mit der protestantischen Kirchenmusiktradition, die auf dem lutherischen Choral basiert. Dieser musikalische Gottesdienst hätte so vor 400 Jahren tatsächlich stattfinden können an einem Michaelistag in Norddeutschland. [...]

(26.4.2009)

---------------------------------------------------------------------

Bayern 4 Klassik - CD-Tipps

Sinnlichkeit, Klangschönheit, Ausdruckskraft

[...]
Die Interpretation tut das Ihre dazu, durch technische Souveränität, durch Phantasie bei der Instrumentalbesetzung, und nicht zuletzt durch eine brilliante Aufnahmetechnik, die den Raumklang sehr voll, präsent einfängt, ohne dass die Transparenz darunter leiden würde. Aber das wäre alles nichts, würde hier nicht durchgehend mit Glut, Dringlichkeit, Hingabe musiziert; diese Eigenschaften erst verschaffen der Aufnahme Authenzität und Unmittelbarkeit in einem höheren Sinne, ja, mag das Wort auch noch so abgegriffen sein, Spiritualität. Kulturpflege auf höchstem Niveau - wofür auch der Norddeutsche Rundfunk als Koproduzent ausdrücklich Lob verdient - und eine große Bereicherung.

(Andreas Grabner, 17.4.2009) -> Die gesamte Rezension.

------------------------------------------------------------------------

Die neue Platte - Alte Musik

Venezianische Klangeffekte und virtuose Stimmführung

[...] Das Nebeneinander von Einfachheit und Farbigkeit (der Praetorius'schen Kompositionen, Anm. d. Red.) ergibt ein faszinierendes Gebilde, das jetzt mit diesem Projekt beispiellos präsentiert wird.

[...] Das opulente Projekt der Michaelisvesper [...] ist nicht zuletzt deshalb so überzeugend, weil hier hochkarätige Solisten, Chöre und Instrumentalgruppen auf höchstem Niveau zusammen gearbeitet haben.

[...] Es ist eine mehr als überzeugende, klanglich sehr ansprechende Einspielung, die eine weit entfernte Vergangenheit in die Gegenwart zu holen vermag.

[...] Deshalb möchte ich diese konkurrenzlose Einspielung unbedingt jedem empfehlen, der sich in die spirituelle und musikalische Welt des beginnenden 17. Jahrhunderts für fast anderthalb Stunden verführen lassen möchte.

(Christiane Lehnigk, 10.4.2009) -> Das gesamte (Sprecher-)Skript der Sendung

--------------------------------------------------------------

Performance:
Sonics:

Rondeau Productions specialise in German choral music, featuring many of the country's famous boy's choirs, including the Thomanerchor Leipzig, once under the direction of JS Bach himself. This appears to be their first SACD, which is very encouraging, especially as it is such a fine effort.

Michael Praetorius (1571? – 1621) was one of the most prominent and prolific composer/players of the later Renaissance and Early Baroque in Western Europe. Son of a Lutheran Pastor, he became an organist (finally entombed in a vault beneath the organ of St Mary's Church in Wolfenbüttel) and a court composer, working in the Saxon court at Dresden from 1613 to 1616. His collected works take up 20 volumes in their modern edition, reflecting his work as a teacher, musical theorist and courtly ambassador. He introduced the new Italian 'cori spezzati' (divided antiphonal choirs) from Venice to the German music scene, together with other early Baroque styles, and infused the Lutheran Chorale with a new emotional fervour and metaphysical meaning by blending it with the new styles.

Jörg Breiding has followed Paul McCreesh's admirable reconstructions for DGG Archiv of celebratory services in historically aware performances by presenting us with a Vespers for St Michael the Archangel (from whom Praetorius took his forename). In doing so, he is rediscovering the composer's experimental large-scale vocal concertos and presenting this beautiful music for our modern ears, using all male vocal forces as originally intended.

Liturgically, St Michael's Day was the most important feast between Trinity Sunday and the first Sunday in Advent, and here we have the Vespers as Praetorius might have performed it on the eve of his namesake's Feast Day. The vocal mainstay of this Vesper Service is the much-recorded Knabenchor Hannover, of which Jörg Breiding has been the chief conductor since 2002. Boy soloists come from the choir, and four adult male soloists (Alto, Tenor, Baritone and Bass) are also employed. Several groups of period instrument musicians provide rich instrumental support: Hille Perl & The Sirius Viols (Descant, Alto & Bass Gambas with a Violone), the Bremer Lautten Chor (Renaissance Lutes, Chitarrone, Cittern, Bandora) and the Johann Rosenmüller Ensemble (Cornets, Alto, Tenor & Bass sackbuts with Bass Dulcian). Basso continuo is provided by several Postitiv Organs, Regal and Double Harp.

Plainchant introduces the Vespers and is interpolated at various points in the order of service, giving a liturgical feel to the whole venture (it is important to realise that for some time after the Reformation, there was a mixture of old Latin and new vernacular styles and texts in non-Catholic services). They are sung atmospherically from the rear of the front sound stage by a group of four adult singers (Choralschola) with flowing tempi and use of repercussion, a technique of lengthening a significant word by gently pulsing its note, which nicely adds life to the lines.

Breiding's reconstruction follows the known order of service in Praetorius' day, and chooses the appropriate motets, choral concertos and other standard elements of Vespers from sources which are meticulously noted in the booklet. As well as accompanying the choir and soloists, the instrumental groups replace vocalists in some pieces, a common Baroque practise, thus adding to and sustaining the listener's interest. Praetorius was widely known for his tuneful dance movements, and the dance element is never far away even in these devotional pieces, with springy rhythmic devices, tempo changes and also word-painting. He was also a fine melodist, and his combination of the old Lutheran chants with more modern Italian styles produced a wonderfully tuneful chant for some of the pieces, including the Credo. The Venetian influence is also much in evidence, with the antiphonal tossing to and fro of imitative passages in the polychoral works, of which the Magnificat à 6, 10 et 14 forms the splendid climax of the Vespers.

Performances reflect the best practise in contemporary scholarship on the Early Baroque. Breiding keeps tempos flowing and rhythms buoyant, but sometimes he produces a stately rendition, e.g. in the Laudate Dominum à 6, glowingly emotional with its slowly moving harmonies and beautiful melody lines. The boy soloists cope very well with their ornamented Italianate solos, and are nicely spaced across the sound stage. One or two of them, however, have 'small' voices and seem initially to be a touch nervous or perhaps inexperienced when singing with the fixed-pitches and tuning temperament of the viols. They do, however, gain in confidence as the programme proceeds. The piping voices of the young boy sopranos and altos is an attractive contrast to the rich and deep sound of the tuttis. In the Baroque, the age of puberty was much later than at present, and most choir-masters could count on having some sopranos as old as 17 or 18, and thus with bigger voices and greater musical and interpretative emotional experience.

I was very pleased that the recording producer and engineer resisted the boosting by close-miking of the boy soprano's sound. It sounds as if a relatively simple microphone technique was used. The sound stage has considerable depth, which is used by the performers to great effect, and the overall effect is immediate but placed nicely in the unobtrusive reverberance of St Osdag, Mandelsloh. The surrounds are mainly used for ambience, but in Komm Heiliger Geist, Herre Gott, one of the boy soloists sings from the left rear. I also heard one or more cornets duetting antiphonally front-rear.

Apart from a good initial balance, the high definition PCM has a wide dynamic range and makes the most of the unusual instrumental sounds available, giving the tuttis a depth and richness which is deeply satisfying. It is not quite as transparent as a few of the very best multichannel choral recordings, which take one's breath away with the sheer presence of individual voices blending together, and clearly reveal all the internal parts, but it serves the music and the occasion very well indeed.

Rondeau Productions have packaged the disc with striking and attractive cover art. The booklet boasts a very thorough exposition of all the sections of the Vespers, using a number system to indicate the various instruments and singers deployed in each. Arne Spohr's booklet commentary is really informative, and places the work firmly in its historical context. What I did miss, however, was an English translation of the Latin and German texts. I realise that the booklet is already substantial, but to reach a wider International audience, this is essential. Also, it would have helped non-experts to have listed at least an English form of the unfamiliar instruments - many will not be aware, for example, that Zink refers to the Cornet or Cornetto, a family of leather-covered wooden pipes played with a brass mouthpiece.

I greatly enjoyed this disc, with its astonishing 80'48" happily pushing the SACD time-barrier. Jörg Breiding is to be commended for bringing this well-researched and thoroughly prepared reconstruction project to SACD, and I hope that listeners will support Rondeau Productions in their enlightened venture into high-definition sound. Such listeners will be rewarded with uplifting, joyful and often enthralling music-making of a high order.

Copyright © 2009 John Miller and SA-CD.net


Vorherige Seite: SACD Praetorius Michaelisvesper
Nächste Seite: Harald Weiss - Requiem