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Lesen Sie hier die neue Ausgabe des KNABENCHOR HANNOVER CHORMAGAZIN.

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Knabenchor

 

 

 

CHOR- UND SINGSCHULE KNABENCHOR HANNOVER

Trotz seines vergleichsweise kurzen Bestehens zählt der KNABENCHOR HANNOVER schon seit Jahrzehnten zu den herausragenden Ensembles seines Genres. Gegründet wurde der Chor im Jahr 1950 von einem enthusiastischen und tatendurstigen Studenten der Musikhochschule Hannover. Heinz Hennig suchte damals per Zeitungsanzeige Sänger für einen neu zu gründenden Knabenchor. Zur ersten Aufnahmeprüfung erschienen 113 junge Sänger, die sich schon im August zu regelmäßigen Proben im Haus der Jugend treffen konnten. Dort hatte die Stadt Hannover einen Probenraum zur Verfügung gestellt.

Von Beginn an gehörte es zu den Aufgaben des Knabenchores, Gottesdienste musikalisch mitzugestalten. Historisch betrachtet setzt der Chor damit eine Tradition fort, die auf die Chor- und Singschule an der Marktkirche zurückgeht. Nachdem bereits 1546 ein „cantor scholae“ berufen worden war, wurde im Jahr 1561 eine Schulkurrende eingerichtet. Als erster Kantor ist Andreas Crappius urkundlich erwähnt, der von 1568 bis 1616 die Position des Kantors am Ratsgymnasium bekleidete, die mit dem Kantorat an der Marktkirche verbunden war. Die Pflege der hannoverschen Kirchenmusik wurde bis ins 19. Jahrhundert von dieser Instiution getragen.

Ein zentrales Interesse sowohl von Heinz Hennig als auch von seinem Nachfolger Jörg Breiding galt und gilt den Chorwerken des deutschen Barock, dem Repertoire also, das für genau diese Besetzung komponiert worden ist. Dabei stehen besonders die Werke von Heinrich Schütz, Michael Praetorius, Dietrich Buxtehude und Johann Sebastian Bach im Zentrum der Arbeit. Einen Höhepunkt innerhalb dieser Repertoirepflege bildete die Teilnahme an der Gesamteinspielung der Kirchenkantaten Johann Sebastian Bachs, bei der der KNABENCHOR HANNOVER ab 1974 gemeinsam mit Gustav Leonhardt im Aufnahmestudio stand. Die Arbeit der Singschule wird hier auch in den Solopartien der Sopran- und Altknaben dokumentiert. Als erste Gesamteinspielung, die konsequent die Erkenntnisse der historisch informierten Aufführungspraxis umsetzt, kommt diesem Projekt eine besondere Stellung auf dem Schallplattenmarkt zu.

Die Einspielung der „Geistlichen Chormusik 1648“ von Heinrich Schütz (1984) wurde mit dem „Deutschen Schallplattenpreis“ und dem „Diapason d’Or“ ausgezeichnet. Der „ECHO Klassik“ wurde dem KNABENCHOR HANNOVER in den Jahren 2006 für die CD „Verleih uns Frieden – Geistliche Vokalmusik von Andreas Hammerschmidt“ und 2010, gemeinsam mit acht weiteren hannoverschen Chören, für die Einspielung „Glaubenslieder – Neue Kantaten zum Kirchenjahr“ verliehen.

Die Breite des Repertoires des KNABENCHOR HANNOVER, der seit 2005 mit dem renommierten Leipziger Plattenlabel RONDEAU zusammenarbeitet, dokumentiert die Diskographie weiterhin mit Aufnahmen des „Magnificat“ von John Rutter, des Adventskonzertes 2011 mit Kompositionen des hannoverschen Komponisten Siegfried Strohbach und des Requiems „Schwarz vor Augen und Es ward Licht!“ von Harald Weiss. Mit dem Mitschnitt der Adventskonzerte 2012 erschien erstmals eine DVD-Produktion mit dem KNABENCHOR HANNOVER. Gemeinsam mit dem Barockorchester L’Arco präsentiert der Chor Advents- und Weihnachtskantaten von Johann Sebastian Bach in Bild und Ton.

Immer wieder wird der KNABENCHOR HANNOVER von Orchestern für die Aufführung großer sinfonischer Werke engagiert, zuletzt 2013 von den Philharmonikern Hamburg für das „War Requiem“ von Benjamin Britten und vom NDR Sinfonieorchester Hamburg für die dritte Sinfonie von Gustav Mahler. Der KNABENCHOR HANNOVER arbeitete mit so bedeutenden Dirigenten wie Ton Koopman, John Eliot Gardiner, Simone Young, Michael Gielen, Rafael Frühbeck de Burgos, Christoph Eschenbach, Kent Nagano und Eiji Oue zusammen.

Unter den Orchestern und Ensembles, mit denen der Chor gemeinsam musizierte, finden sich die Akademie für Alte Musik Berlin, das Amsterdam Baroque Orchestera, Musica Alta Ripa, das NDR Sinfonie Orchester, die NDR Radiophilharmonie, die Nürnberger Symphoniker, Concerto Palatino und London Brass. Immer wieder wird der Chor zu bedeutenden Musikfestspielen wie den Händel-Festspielen in Halle und Göttingen, den Niedersächsischen Musiktagen, dem MDR-Musiksommer oder dem Bachfest Leipzig eingeladen. Knabensolisten wirken regelmäßig bei Aufführungen der Zauberflöte an der Staatsoper Hannover mit.

Als Repräsentant des Landes Niedersachsen trat der KNABENCHOR HANNOVER im Jahr 2013 auf Vorschlag des Ministerpräsidenten bei der zentralen Feier zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag in Berlin auf. Die niedersächsische Vertretung beim Europäischen Parlament lud den Chor im gleichen Jahr zu einem Konzert nach Brüssel ein. Konzerttourneen führten den KNABENCHOR HANNOVER bisher in fast alle Länder Europas sowie u.a. nach Israel, Japan, Mittel- und Südamerika, in die USA, nach Südafrika, Namibia und China. Im Jahr 2012 besuchte der Chor die Russische Föderation und gab dabei Konzerte in Moskau, Perm und Tjumen.


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